Meisterhände
Meisterhände
Auf dem Weg nach Wien, um bei den großen Komponisten seiner Zeit zu studieren, liest der junge Beethoven die Worte seines Förderers: „Empfangen Sie aus Haydns Händen den Geist Mozarts.“ Jedes musikalische Erbe lebt von einem feinen Gleichgewicht zwischen Weitergabe und Zeitlosigkeit. Oft verbergen sich prägende Vorbilder in den Werken ihrer Schüler, ohne je ausdrücklich genannt zu werden. In der Orchestrierung, im Stil oder in einer charakteristischen kompositorischen Geste wird die Handschrift eines Meisters erkennbar, ohne dabei die eines heranreifenden Talents zu überdecken. Dieses Programm erzählt von den künstlerischen Verwandtschaften, die Komponisten über Jahrhunderte hinweg miteinander verbinden. Mozart und Beethoven gingen beide aus der Schule Haydns hervor, und auch Poulenc scheint – wenn auch viel später – mit seiner verblüffenden Sinfonietta, einer Art Hommage an Haydn, direkt aus den Reihen der Ersten Wiener Musikschule zu stammen. Zum Auftakt der Saison des Luxemburger Kammerorchesters (OCL) überschreiten Mariano Chiacchiarini am Pult und Joseph Moog am Klavier die Grenzen der Zeit und führen die Musikgeschichte auf unerwartete Wege – mit wahrhaft meisterlicher Hand.
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