Crickle Crackle Pop. (Rush Roar)
Crickle Crackle Pop. (Rush Roar)
In Crickle Crackle Pop. (Rush Roar) erkundet der belgische Soundkünstler Stijn Demeulenaere die Begriffe Hitze, Herd und Heim, indem er drei sehr unterschiedliche Aufnahmesammlungen in einer ortsbezogenen Surround-Sound-Performance zusammenführt, die eigens für The Hearth Room von Christoph Meier & Ute Müller im Casino Luxembourg entwickelt wurde.
Demeulenaere greift auf einige seiner frühesten und persönlichsten Aufnahmen zurück: die Klänge des Kamins im Haus seiner Mutter, das nicht mehr existiert, das Klicken und Summen von Heizkessel und Heizkörpern. In einer Surround-Sound-Performance verbindet er diese klanglichen Erinnerungen mit den Geräuschen des Brennofens in The Hearth Room und mit seinen rezenten Tonfeldaufnahmen abschmelzender Gletscher in Island.
Hitze kann die Wärme und Geborgenheit eines privaten Zuhauses bedeuten, aber sie kann auch Zerstörung bedeuten im Zusammenhang mit der menschengemachten globalen Erwärmung der Erde, des Zuhauses, das wir alle teilen. Ein Feuer knistert, prasselt und knallt; es kann sausen und toben, es kann flüstern und heulen. Crickle Crackle Pop. (Rush Roar) lauscht dem .Wandel unserer Wohnstätten auf dem schmalen Grat zwischen Wärme und Hitze.
Crickle Crackle Pop. (Rush Roar) ist eine Auftragsarbeit von rainy days und dem Casino Luxembourg. rainy days wird von Catherine Kontz kuratiert.
Stijn Demeulenaere (lebt und arbeitet in Brüssel, Belgien) ist ein prämierter Soundkünstler. Er studierte Soziologie und Journalismus. Seit 2009 schafft er Installationen, Klanglandschaften und Performances. Er arbeitet häufig mit Choreograf:innen, Theater- und Filmschaffenden sowie Wissenschaftler:innen zusammen. Sein Werk erforscht die Beziehung zwischen Identität, Klang und Hören. Indem er Feldaufnahmen mit wissenschaftlichen Erzählungen und lokalem Wissen verbindet, erkundet er die Verbindungen zwischen Raum, Klang und Hören. Von abgelegenen, unberührten Naturräumen und verschlafenen Dörfern bis hin zu lärmenden Metropolen und mehr als menschlichen Umwelten. Demeulenaere versucht, Orte durch Hören zu verstehen.
Er betrachtet das Hören als eine Form des Tastens: Klang ist direkt, zugleich formbar und geheimnisvoll. Durch das Hören versucht er, soziale Strukturen, persönliche Geschichten, ökonomische Zwänge und unbewusste Vorstellungswelten zu entwirren. Er ergründet, wie wir Klang Bedeutung verleihen und wie Klang Orten Bedeutung verleiht – das Hören als Linse, um unsere Zeit zu verstehen.
Demeulenaeres Arbeiten wurden unter anderem bei Ars Electronica, Fiber Festival, Concertgebouw Brugge, Rencontres Internationales, IFFR, STUK, Bozar und Ancienne Belgique gezeigt.
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© Stijn Demeulenaere, Marisa Cabal