Wir gehen weiter und erkunden den Rundweg. Überall wachsen Kräuter und Blumen, die ich kaum kenne, auf den Informationstafeln lesen wir mehr über die Pflanzen und wie sie früher verwendet wurden. Die Sonne scheint durch die Äste und das Licht tanzt auf den alten Pflastersteinen.
Auf einem Guckloch-Schild ist eine Frau mit Blumen und Kräutern zu sehen.
„Das muss Katrin sein“, sage ich und schlüpfe in ihre Rolle. „Emil, mach ein Foto von mir.“
Unten in der Krypta weht plötzlich ein frischer Wind. Er bringt einen feinen Duft mit sich nach Minze und wilden Kräutern. Kurz darauf entdecke ich auf dem Dach der Villa im Burghof wieder die schwarze Krähe.
„Katrin Theis…“, flüstere ich ehrfürchtig.
Papa lacht. „Vielleicht. Oder einfach nur der Wind und ein ganz normaler Vogel.“
Aber Emil und ich sind uns sicher: Katrin war da. Sie hat uns gesehen und passt weiter auf die Burg auf. Die Frau, die mehr Heilerin als Bösewicht war.
Mit einem Lächeln auf den Lippen gehen wir zurück zur Brücke. Ich spüre, dass diese Burg voller Geschichten steckt und dass wir heute einen kleinen Teil davon entdeckt haben.