The Sleeping Hermaphrodite
The Sleeping Hermaphrodite
Als ein abgeschlossener Innenraum konzipiert, der durch dieses kleine Fenster sichtbar wird, zeigt das Werk einen Miniaturraum mit einem schlafenden Hermaphroditen. Die Installation führt das Publikum in eine voyeuristische Dynamik ein: Es darf durch das Fenster blicken, wird jedoch daran gehindert, den Raum zu betreten oder sich der schlafenden Figur in irgendeiner Weise zu nähern. Diese Unmöglichkeit, sich um den Körper zu bewegen oder mehr als das sichtbare Fragment wahrzunehmen, setzt eine bewusste Begrenzung der Perspektive. Es entfaltet sich ein beinahe dichotomer Dialog zwischen der betrachtenden Person und der ausgestellten Figur, der eine Spannung zwischen dem Wunsch nach Nähe und den strukturellen Barrieren erzeugt, die diese verhindern.
Der schlafende Hermaphrodit wird zu einer Figur, die zwischen Sichtbarkeit und Stille schwebt. Schlaf steht hier nicht für Ruhe, sondern wird vielmehr zur Inszenierung. Der auf dem Boden liegende Körper, ästhetisiert und komponiert, wird der betrachtenden Person als Objekt der Kontemplation präsentiert. Diese Form des Schlafs betont eine nahezu skulpturale Unbeweglichkeit – eine, die die Gesellschaft häufig Körpern auferlegt, die jenseits der Geschlechterbinarität existieren. Obwohl der Körper friedlich erscheinen mag, verwandelt seine starre Unbeweglichkeit ihn in ein Schauspiel, in ein dekoratives Objekt, das zur Schau gestellt wird.
In Anlehnung an das Buch von Paul B. Preciado, The Sleeping Hermaphrodite: Waking up From a Lethargic Confinement, entsteht diese Lethargie nicht aus einer natürlichen, sondern aus einer sozialen Ursache. Medizinische, rechtliche und künstlerische Systeme rahmen Geschlechterambiguität beispielsweise als etwas, das klassifiziert oder mythologisiert werden muss – indem sie sie benennen, kategorisieren und ausstellen –, bis ihre Immobilisierung freiwillig zu erscheinen beginnt und sich in eine Strategie der Kontrolle verwandelt. Sie wird zu einem Mittel, das zu neutralisieren, was ansonsten bestehende Normen infrage stellen könnte.
Dieses Projekt verweilt an der Schwelle zwischen der Stillheit der Skulptur und ihrem (möglichen) Erwachen.
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Während unser Intellekt, angetrieben vom Bedürfnis zu kategorisieren, schließlich in Konflikt gerät, harmonieren unsere körperlichen Formen und unsere Seelen nahtlos miteinander.
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Foto: Lisa Folschette