Screentime/s : Offscreen
Screentime/s : Offscreen
Im Rahmen der Gruppenausstellung Screentime/s., die sich mit zeitgenössischen Regimen des bewegten Bildes sowie mit der Rolle des Bildschirms als Schnittstelle von Wahrnehmung, Projektion und Beziehung auseinandersetzt, schlägt Offscreen eine sensible und erfahrungsbasierte Verschiebung des Blicks vor. Es markiert einen Wendepunkt innerhalb von Screentime/s: einen Übergang von digitalen und virtuellen Welten (dem Bildschirm) hin zu einer Rückkehr zur gelebten, körperlichen und geteilten Realität. Diese Rückkehr ist jedoch keine bloße Verankerung im Realen, sondern geht mit einer Erforschung veränderter Bewusstseinszustände einher, in denen die innere Erfahrung die Wahrnehmung der Welt nuanciert und bereichert.
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Während der Bildschirm heute unsere Formen der Aufmerksamkeit, Kommunikation und Imagination strukturiert, laden die Beiträge des Programms Offscreen dazu ein, seine Schwellen zu hinterfragen: Vom bloßen Distributionsmedium wird der Bildschirm hier zu einem mentalen, intimen und geteilten Raum.
Die vor dem Bildschirm verbrachte Zeit ist sehr oft eine individuelle, ja sogar einsame Erfahrung. Auch wenn bestimmte Praktiken Formen der Kollektivität hervorbringen – etwa Online-Spiele oder gemeinsames Anschauen –, bleiben sie dennoch durch die Schnittstelle vermittelt und durch eine Distanz zwischen den Teilnehmenden geprägt.
Offscreen lädt dazu ein, unser Verhältnis zu Bildern im Zeitalter ihrer Allgegenwart neu zu denken, indem Formen von Langsamkeit, Aufmerksamkeit und Subjektivität wieder eingeführt werden. Die Erfahrungen eröffnen zudem einen besonderen Raum der Begegnung, in dem die Grenzen zwischen Individuellem und Kollektivem sowie zwischen Realität und Fiktion durchlässig werden – ein geteilter Projektionsraum, zugleich introspektiv und gemeinschaftlich.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Alexandre Quaranta