Tanzende Idioten
Tanzende Idioten
DE Goldie ist todkrank und baut ihr Haus um. Ihre Freude dabei ist ebenso ansteckend wie verstörend. Ihr Kater Apollo genießt ihre Schwäche und macht es sich auf ihr gemütlich. Plötzlich steht Goldies frisch verliebter Vater mit seiner Freundin vor der Tür und findet sich am Sterbebett der Tochter wieder. Er glaubt sich am Anfang, sie weiß sich am Ende.
Gemeinsam mit Goldie erlebt das Publikum Szene für Szene all das, wovon der Abschied schwerfällt: Tiere, Wälder, Sauna, Tanz, Kajakfahrten, Kindheitserinnerungen. Goldies Zimmer wird zum Resonanzraum des Lebens und schließlich zum Weltraum. Tanzende Idioten erzählt von Sterben und Abschied als letztem Erfahrungsraum und von der Frage: Was bleibt? Die Figuren sind Überlebende auf dem Weg zur nächsten Katastrophe. Was sie ausmacht, ist eine aberwitzige Mischung aus Brutalität und Zärtlichkeit, Anarchie und metaphysischen Instinkten, Daseinsschmerz und Lebenslust.
Nach Verrückt nach Trost am Grand Théâtre in der Spielzeit 22•23 ist Tanzende Idioten die zweite eigene Textarbeit des gefeierten deutschen Regisseurs Thorsten Lensing. Aus Motiven des US-Schriftstellers Denis Johnson entsteht mit dem Luxemburger Schauspieler André Jung als Goldies Vater sowie Sebastian Blomberg, Ursina Lardi und Karin Neuhäuser ein Abend von großer Intensität – grotesk, philosophisch, komisch und zutiefst berührend.
EN Goldie is dying and remodeling her house. Her joy is as infectious as it is unsettling. While her cat Apollo settles comfortably into her weakening world, her father arrives unexpectedly with his new girlfriend and the room becomes a resonance chamber of memories, fantasies and final questions. Drawing on Denis Johnson and Apollo mission transcripts, Thorsten Lensing creates a strange, tender and darkly comic meditation on farewell, survival and what may remain beyond life.