Wann? Donnerstag 22.02.202410:00 - 18:00 Uhr

A Model: Prelude
Wo? 3, Park Dräi Eechelen, L-1499 LUXEMBOURG Kunst, Kultur & Literatur

Rayyane Tabet. Trilogy

A Model ist eine Ausstellung, die eine Reflexion über die Rolle des Museums zu Beginn des 21. Jahrhunderts präsentiert. Sie bekräftigt die Notwendigkeit, die Institution als lebendigen Ort zu betrachten, der sensibel und aufgeschlossen für zeitgenössische Debatten ist und dessen Aufgabe über den Status eines bloßen Ausstellungsraums hinausreicht. A Modelerwägt die Möglichkeiten, die sich ergeben, wenn Museumssammlungen als aktive und performative Umgebungen neu konzipiert werden, anstatt nur als zeitlose Aufbewahrungsorte für Objekte verstanden zu werden.

In A Model geht es um das Potenzial der Kunst, einen entscheidenden Einfluss auf die Welt auszuüben, und darum, wie Künstler ihr Engagement für dieses Potenzial durch ihre Arbeit zum Ausdruck bringen. Auch wenn die Vision eines Künstlers subjektiv, individuell und persönlich ist, sind Kunstobjekte bzw. Manifestationen der künstlerischen Vision doch wesentliche Formen der Kommunikation. Die Vorstellung vom Museum als statischem Archiv – ein Konzept, das aus der Aufklärung stammt – wird im heutigen kulturellen Kontext, in dem zeitlich begrenzte, ereignisbasierte und experimentelle Kunstwerke, Ausstellungen und Erfahrungen Teil der institutionellen Sprache sind, auf den Kopf gestellt.

Das Museum muss gesellschaftliche Veränderungen berücksichtigen und als selbstverständlich erachtete Vorstellungen überdenken. Heutzutage verändert sich die Museumslandschaft: die Bandbreite reicht dabei von einem neuen Ansatz für Diversität innerhalb der Institutionen bis hin zum Hinterfragen bestehender und tief verankerter Narrative und dem Umschreiben der Geschichte, um Kulturen bzw. künstlerische Praktiken, die bisher übersehen oder ignoriert wurden, neu zu etablieren. Die Pandemie hat in den letzten Jahren auch das Verhalten verändert: Die Rückkopplungsschleifen der sozialen Medien und die sich ständig verbessernden visuellen Technologien erweitern unser Verhältnis zu Informationen und der Realität der Welt, in der wir leben.

Dieser Drang, sich selbst zu überdenken und neu zu erfinden, ist in der Entwicklung des Museums für moderne und zeitgenössische Kunst nichts Neues. Diese Ausstellung wurde zum Teil durch das Projekt des Künstlers und Aktivisten Palle Nielsen inspiriert, die den Titel Modellen  En model för ett kvalitativt samhälle (Das Modell  Ein Modell für eine qualitative Gesellschaft) trug. Es wurde 1968 im Moderna Museet in Stockholm präsentiert, das damals von Pontus Hultén geleitet wurde, der zu seiner Zeit maßgeblich zur Neudefinition des Museums beigetragen hat. Nielsens Projekt bestand darin, einen Abenteuerspielplatz innerhalb des Museums zu installieren, der für alle Stockholmer Kinder frei zugänglich war und eine breite Palette von Spielfunktionen und Aktivitäten bot. Er war drei Wochen lang geöffnet und lockte mehr als 33.500 Besucher an, darunter 20.000 Kinder (Erwachsene zahlten den normalen Eintrittspreis).

A Model greift den belebenden Geist dieses Projekts auf, indem es das Engagement des Museums für zeitgenössische Kunst erneuern möchte. Es markiert den Beginn eines neuen Denkens über die Art und Weise, wie Kunst präsentiert und betrachtet wird, indem es die Mudam-Sammlung als Ausgangspunkt einer temporären Ausstellung verwendet. Letztere vereint ca. zehn Künstlerinnen und Künstler, die eingeladen wurden, neue Auftragsarbeiten zu konzipieren, die von Werken aus der Sammlung inspiriert sind und mit diesen in Dialog treten, und deren Arbeiten die Institution Museum und die heutige Gesellschaft kritisch beleuchten. A Model ist ein Zeugnis für die Rolle, die Kunstschaffende bei der Gestaltung des kollektiven Bewusstseins spielen, und für den Einfluss, den sie auf die Entwicklung eines modernen Kunstmuseums hatten.

Die Ausstellung wird vom 1. Dezember 2023 bis zum 8. September 2024 zu sehen sein. Sie ist in drei unterschiedliche Zeitabschnitte gegliedert, beginnend mit A Model: Prelude – Rayyane Tabet. Trilogy, gefolgt von A Model, das sich ab Anfang 2024 über zwei ganze Etagen des Museums erstrecken wird, und abschließend A Model: Epilogue  Jason Dodge.

Als Auftakt zur Ausstellung A Model erhielt Rayyane Tabet völlig freie Hand, ein ortsspezifisches Projekt für den Henry J. and Erna D. Leir Pavilion zu entwickeln.

Das Werk des gelernten Architekten basiert auf der Analyse und dem Verständnis von soziokulturellen Zusammenhängen. Seine Arbeiten verbinden historische mit subjektiver Erinnerung, um eine alternative Lesart zum offiziellen Narrativ seines Untersuchungsgegenstandes zu entwickeln und ihn für neue Bedeutungen zu öffnen. Rayyane Tabet misst den Räumen, in die seine Projekte eingebettet sind, ebenfalls große Bedeutung bei. Die Artikulation seiner Installationen im Ausstellungsraum berücksichtigt den historischen Rahmen der Architektur, wodurch ihre Besonderheiten ebenso wie ihre Widersprüche sichtbar werden.

Als Reaktion auf die Einladung hat der Künstler Trilogykonzipiert, eine Installation, die sich vor dem Hintergrund von drei entscheidenden Epochen der Zeitgeschichte entfaltet. Die Zwischenkriegszeit wird durch die Präsentation von Elementen aus einem Raum des Sanatorium Paimio von Alvar Aalto, einem zentralen Werkensemble der Mudam-Sammlung, heraufbeschworen. Dieses zwischen 1930 und 1933 entworfene Möbelstück ist ein Sinnbild für die funktionalistische Forschung und die humanistische Denkweise des Architekten, der es so gestaltet hat, dass es durch seine vielfältigen Funktionen zum Wohlbefinden und sogar zur Rehabilitation der Bewohner beiträgt.

Der Künstler lässt auch die Zeit Revue passieren, in der das Mudam-Gebäude entstand, ebenso wie andere Werke des Architekten Ieoh Ming Pei: die Pyramide des Louvre in Paris und der Anbau des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Es handelt sich um Architekturen ihrer Zeit, die sich durch große verglaste Flächen auszeichnen, transparent und offen nach außen – sie dienen als Metaphern für den Wendepunkt in der Geschichte, der durch den Zusammenbruch der Sowjetunion zu Beginn der 1990er-Jahre herbeigeführt wurde.

Nach demselben Prinzip der Verbindung von Erinnerungen und materiellen Formen sind die Fenster, die die Fußgängerbrücke zum Pavillon einrahmen, mit lichtdurchlässigen Vorhängen verkleidet, ähnlich denen, die die Großeltern des Künstlers in den 1950er-Jahren in ihrer Wohnung in Beirut anbrachten. Die Inneneinrichtung so zu gestalten und das Licht hereinzulassen, war typisch für eine von Fortschritt und Wohlstand geprägte Zeit. Im Gegensatz dazu ist das Glasdach des Pavillons vollständig mit einer blauen Folie bedeckt, die den Himmel unsichtbar macht und Aaltos Möbel dauerhaft in ein Abendlicht taucht. Rayyane Tabet ließ sich dabei von der Zivilbevölkerung Beiruts inspirieren, die während des Sechs-Tage-Krieges 1967 die Fenster ihrer Häuser und sogar die Scheinwerfer ihrer Fahrzeuge mit dunkelblauer Farbe überdeckte, um nicht gesehen zu werden.

Zu guter Letzt verweist Rayyane Tabet auch auf die Explosion, die sich am 4. August 2020 im Hafen von Beirut ereignete, indem er ein Werk konzipiert, das aus Karaffen besteht, die ihrerseits aus vor Ort geborgenen Glasfragmenten hergestellt wurden. Damit erschafft er eine Möglichkeit, sich eine Art symbolische Reparatur vorzustellen.

© echo.lu
Die nächsten Termine
Freitag 23.02.202410:00 - 18:00 Uhr
Samstag 24.02.202410:00 - 18:00 Uhr
Sonntag 25.02.202410:00 - 18:00 Uhr
Dienstag 27.02.202410:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch 28.02.202410:00 - 21:00 Uhr
Donnerstag 29.02.202410:00 - 18:00 Uhr
Freitag 01.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Samstag 02.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Sonntag 03.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Dienstag 05.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch 06.03.202410:00 - 21:00 Uhr
Donnerstag 07.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Freitag 08.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Samstag 09.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Sonntag 10.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Dienstag 12.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch 13.03.202410:00 - 21:00 Uhr
Donnerstag 14.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Freitag 15.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Samstag 16.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Sonntag 17.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Dienstag 19.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch 20.03.202410:00 - 21:00 Uhr
Donnerstag 21.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Freitag 22.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Samstag 23.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Sonntag 24.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Dienstag 26.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch 27.03.202410:00 - 21:00 Uhr
Donnerstag 28.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Freitag 29.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Samstag 30.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Sonntag 31.03.202410:00 - 18:00 Uhr
Dienstag 02.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch 03.04.202410:00 - 21:00 Uhr
Donnerstag 04.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Freitag 05.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Samstag 06.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Sonntag 07.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Dienstag 09.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch 10.04.202410:00 - 21:00 Uhr
Donnerstag 11.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Freitag 12.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Samstag 13.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Sonntag 14.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Dienstag 16.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch 17.04.202410:00 - 21:00 Uhr
Donnerstag 18.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Freitag 19.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Samstag 20.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Sonntag 21.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Dienstag 23.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch 24.04.202410:00 - 21:00 Uhr
Donnerstag 25.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Freitag 26.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Samstag 27.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Sonntag 28.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Dienstag 30.04.202410:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch 01.05.202410:00 - 21:00 Uhr
Donnerstag 02.05.202410:00 - 18:00 Uhr
Freitag 03.05.202410:00 - 18:00 Uhr
Samstag 04.05.202410:00 - 18:00 Uhr
Sonntag 05.05.202410:00 - 18:00 Uhr
Dienstag 07.05.202410:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch 08.05.202410:00 - 21:00 Uhr
Donnerstag 09.05.202410:00 - 18:00 Uhr
Freitag 10.05.202410:00 - 18:00 Uhr
Samstag 11.05.202410:00 - 18:00 Uhr
Sonntag 12.05.202410:00 - 18:00 Uhr
Mehr anzeigenWeniger anzeigen

Veranstaltungsort

Adresse: Mudam Luxembourg – Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean
3, Park Dräi Eechelen
L-1499 LUXEMBOURG
Auf Karte anzeigen
Tel.:00352 45 37 85 960
Anreise planen
© echo.lu

Sin Wai Kin — 2023 Baloise Art Prize

Sin Wai Kin — 2023 Baloise Art Prize
Mehr erfahren
© echo.lu

Führung: Beyond My Eyes

Führung: Beyond My Eyes
Mehr erfahren
© echo.lu

"Asteroid Mission" - Sonndes-Féierung

ob lëtzebuergesch
Mehr erfahren
© echo.lu

"Asteroid Mission" - Sonntagsführung

in Deutsch
Mehr erfahren
© echo.lu

Design Friends Lecture | Idea & Form

Design Friends Lecture | Idea & Form
Mehr erfahren
© echo.lu

Family tour

Family tour
Mehr erfahren
© echo.lu

Master Class Michael Ackerman

Master Class Michael Ackerman
Mehr erfahren
© echo.lu

Jean Back: Nuebelschnéier ; lecture accompagnée par Christiane Kremer, encadrement musical par Maurizio Spiridigliozzi

Jean Back: Nuebelschnéier ; lecture accompagnée par Christiane Kremer, encadrement musical par Maurizio Spiridigliozzi
Mehr erfahren
© echo.lu

Light Leaks Festival 2024

Light Leaks Festival 2024
Mehr erfahren