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If Then Else

Samstag, 28 September 2019  -  Sonntag, 05 Januar 2020

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Zusammenfassung

Eröffnung: 27.9.2019, 18.00 Uhr
mit einem DJ Set von DJSAAB93 (Lagerkultur)

Die aus Brüssel (Belgien) stammende Künstlergruppe LAb[au], bestehend aus Manuel Abendroth, Jérôme Decock und Els Vermang, erkundet in ihrer Praxis das Verhältnis zwischen Kunst und Sprache, und zwar nicht nur durch das geschriebene Wort und andere Formen kodierter Sprache – Semantik –, sondern auch durch Zeichen – Semiotik. So formuliert das Trio einen linguistischen Ansatz zur Anwendung der Informations- und Kommunikationswissenschaften im Bereich der Kunst.

Zahlreiche Arbeiten von LAb[au] beruhen auf kunstspezifischen Definitionen wie dem Monochromen. Über den Begriff des Monochromen loten sie die Grenzen der Sprache aus, liegt doch die Bedeutung des Monochromen, die Faszination für das Nichts, nicht in dessen Definition, sondern lässt sich nur durch ein weiter gefasstes Kunstverständnis begreifen. Auf diese Weise nähern sie sich der Tradition der Malerei durch die Terminologie, um sie dabei in ihrer kulturellen Perspektive zu verorten.

Jede Sprache kann jedoch in Sekundärmedien kodiert werden, bei denen die Verwendung von Farben, Formen, Mustern usw. eine Bildsprache bildet. LAb[au] setzt diese Medien zur Vermittlung von Syntax, Grammatik und Wortschatz ein. Auf diese Weise erkundet die Gruppe weitere Möglichkeiten, um verschiedene künstlerische Ausdrucksformen von einem Medium in ein anderes bzw. von einem Code in einen anderen zu übersetzen.

Wie in der Lexikografie setzt LAb[au] Reihen von Büchern ein, um die unendlichen Formenkombinationen zu erkunden und mögliche Wege zu indizieren, eine leere weiße Seite zu füllen bzw. zu schwärzen. Mit ihrem regelbasierten Ansatz stellen die Künstler also Materialität, Prozess und Konzept der Kunst in Frage. Die Praxis von LAb[au] wurzelt in der Tradition der Konzeptkunst, deren künstlerisches Vokabular aus Tautologien und grundlegenden Einheiten wie Raum und Zeit besteht. Mithilfe von Algorithmen verorten die Künstler diese Begriffe in unserer heutigen Welt.

Der Ausstellungstitel If Then Else ist ein Ausdruck aus der Programmiersprache, eine bedingte Anweisung, die aus der Sprachphilosophie stammt. Diese Aussagenlogik ermöglicht es, algorithmische Logik und konzeptionelles Denken zu verbinden – und das wiederum ist zentrales Thema der Ausstellung.

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